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Freitag, 25. August 2006

Ist Pluto kein Planet? Planetenstatus aberkannt?

Von sternpate, 09:10

 

www.sternpate.de berichtet über astronomische Themen:

 

Pluto, der neunte Planet - wird ihm der Planetenstatus aberkannt?

 

B.A.S.-Astroservice berichtet über die Hintergründe:


Die Experten der Internationalen Astronomische Union für Himmelskörper (IAU) diskutieren momentan wieder einmal darüber, ob Pluto tatsächlich ein Planet ist oder ob ihm dieser Status aberkannt werden sollte. Zwischenzeitlich wurden einige ähnliche Himmelskörper in Pluto-Nähe entdeckt und bei jedem neuen, um die Sonne kreisenden Brocken entbrannte die Debatte darüber, ob es sich um einen zehnten Planeten handle. Auf einer Konferenz der IAU in Prag sollen nun nach Abstimmung drei weitere Objekte zusätzlich zu Pluto zu Planeten ernannt werden. Dabei geht es auch darum, wie groß und wie rund ein Himmelskörper sein muss, um als Planet gelten zu können.

 

Mehr Astro-Infos unter http://www.sternpate.de/xist4c/web/Aktuell_id_362_.htm

 

Beispielsweise das Objekt "Xena" 2003 UB313: Es ist tatsächlich größer als Pluto - und muss daher wohl als Planet gezählt werden.

 

"Da UB313 deutlich größer ist als Pluto", meint Frank Bertoldi denn auch von der der Universität Bonn und dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie, "wird es zunehmend schwieriger, Pluto einen Planeten zu nennen, aber UB313 diesen Status zu verwehren." Durch die kombinierte Messung der von UB313 abgestrahlten Wärme sowie seiner optischen Helligkeit gelang es Bertoldi und seinen Kollegen, die Größe des Himmelskörpers zu bestimmen.

Im optischen Licht sehen wir die Objekte des Sonnensystems durch das von ihnen reflektierte Sonnenlicht. Ihre scheinbare Helligkeit hängt daher sowohl von ihrer Größe als auch vom Reflektionsvermögen ihrer Oberfläche ab. Letztere kann zwischen einigen Prozent und über 50 Prozent variieren, was eine genaue Größenbestimmung allein aus der optischen Helligkeit unmöglich macht. Das Team von Bertoldi nutzte deshalb die Wärmestrahlung bei einer Wellenlänge von 1,2 Millimetern für ihre Messungen. Denn dort ist die reflektierte Sonnenstrahlung vernachlässigbar und die Helligkeit hängt nur noch von der Größe und Oberflächentemperatur des Objekts ab. Da sich die Temperatur aus der Entfernung zur Sonne ergibt, können die Forscher so die Objektgröße sehr genau bestimmen.

Für Xena ergab sich so ein Durchmesser von 3000 Kilometern. Damit ist UB313 um 700 Kilometer größer als Pluto und avanciert zum größten im Sonnensystem gefundenen Objekt nach der Entdeckung von Neptun im Jahre 1846.


Zurück zu Pluto:

Pluto wurde am 18. Februar 1930 von Clyde Tombaugh am Lowell Observatorium in Arizona entdeckt und galt seitdem als der 9. Planet unseres Sonnensystems. Für einen Umlauf um die Sonne braucht er 248 Jahre, und da seine Umlaufbahn stark elliptisch ist, kommt er dabei für einige Jahre der Sonne näher als der 8. Planet unseres Sonnensystems, Neptun. Auch seine Bahnneigung von 17 Grad gegen die Ekliptik ist in unserem Sonnensystem für einen Planeten ungewöhnlich.

Pluto ist in jeder Hinsicht eine Ausnahme. Er ähnelt vor allem den größeren und kleineren Planetoiden oder Kleinstplaneten, die im Außenbereich des Sonnensystems, dem so genannten Kuiper-Gürtel, unterwegs sind. Sein enger Begleiter Charon ist rund halb so groß wie er selbst – deswegen vertreten viele Astronomen schon länger die Meinung, die beiden müssten eigentlich als Doppelsystem eingestuft werden.

Die Experten schlagen nun vor, dass alle neun Planeten ihren Status behalten, aber drei neue dazu kommen sollen: der Asteroid Ceres 8, Charon, der bisher als Plutos Mond galt, und das Kuiper-Gürtel-Objekt 2003 UB313 (Spitzname Xena).

Allgemein sollen zur Definition eines Planeten zwei Bedingungen vorliegen: Der Himmelskörper muss um einen Stern kreisen, ohne selbst ein Stern zu sein. Und er muss groß genug sein, so dass er durch seine eigene Schwerkraft eine nahezu kreisförmige Gestalt erhält. Sollten die Astronomen den von einer Expertengruppe ausgearbeiteten Vorschlag am Donnerstag annehmen, dann hätte unser Sonnensystem drei neue Planeten mehr, zudem stünde bereits ein Dutzend weiterer Kandidaten auf der Warteliste.

Fazit: Die Astronomie hält immer wieder Überraschungen für den staunenden Laien bereit.

Wir dürfen gespannt sein, was als nächstes entdeckt wird. Bis dahin können interessierte Menschen weiterhin jede Nacht die Sterne beobachten und sich sogar welche "vom Himmel holen" - beispielsweise mit einer Sterntaufe bei www.sternpate.de

 

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